Was wir glauben - Teil 5

 Was wir glaubenWas wir glauben

Liebe Leserin, lieber Leser,
in der Rubrik "Was wir glauben", die Sie auch im Gemeindebrief finden, wollen wir mit Ihnen in einen Gedankenaustausch kommen. Wir wollen mit Ihnen die Frage bedenken, was wir eigentlich glauben. Wir freuen uns darauf, wenn Sie sich an diesem Austausch beteiligen. Hier nun Teil 5:

 

Grenzenlos
Ist das ein Thema für „Glauben“?
Für den Glauben an den dreieinigen Gott gibt es doch Grenzen – oder?

Das Glaubensbekenntnis, mit dem wir uns in jedem Gottesdienst identifizieren, hat schon in den ersten Jahrhunderten versucht, diese Grenzen zu benennen. Wenn wir sagen: „ich glaube“, dann

bekennen wir, dass der Gott, an den wir glauben, der Schöpfer ist, der uns durch Jesus Christus erlöst hat. Dafür starb er am Kreuz, wurde auferweckt und ist bis zum heutigen Tag durch den Heiligen Geist gegenwärtig. Wir bekennen unsere Überzeugung, dass uns vergeben wird, dass wir den Tod überleben und zum ewigen Leben berufen sind. Dies alles ist in der Gemeinschaft der Kirche(n) erlebbar.

Der christliche Glaube ist ein Rettungsglaube. Gerettet kann jeder werden, der Gott anruft. Wer gerettet werden will, muss sich also nur retten lassen. Die „Gute Nachricht“ lässt uns wissen, dass Gott durch Jesus Christus dafür die Initiative ergriffen hat. Durch Jesus Christus hat ER uns befreit und gerettet. Im christlichen Jargon heißt das: uns sind die Sünden vergeben. Aber es wäre ein großer Fehler, zu denken, die Befreiung bezöge sich ausschließlich auf die Sündenvergebung, also auf unsere Vergangenheit. Gott sorgt mit der Vergebung auch für unsere Gegenwart und Zukunft. Sein Plan ist es, unsere Beziehung mit IHM in Ordnung zu bringen – und das soll man dann auch sehen können – unbegrenzt. Nach und nach will ER uns von unserer Selbstbezogenheit befreien und uns mit anderen Menschen in Einklang bringen. Wir verdanken die Vergebung und Versöhnung dem Tod Jesu Christi. Aber durch seinen Geist geschieht, dass wir von uns selbst befreit werden können, und in einer Gemeinde (einer Gemeinschaft der Liebe), vereint leben können. Zwischen Gott und uns sind dadurch alle Grenzen aufgehoben.

Jesus illustriert diese Bedeutung mit dem Bild vom Baum und seinen Früchten. Er sagt, dass die Qualität der Frucht von der Qualität des jeweiligen Baumes abhängt, an dem sie hängt: „Ein gesunder Baum trägt gute Früchte, ein kranker Baum dagegen schlechte“ (Matthäus 7.17). Die Ursache unserer Sünde(n) liegt in unserer Natur, die ohne Gott, auf sich selbst bezogen, leben will. Jesus drückt es so aus: die Sünde kommt aus dem Inneren, dem Herzen. Wenn wir also unser Verhalten bessern wollen, dann hängt dies von einer Veränderung unseres Wesens ab. „Macht den Baum gut, dann werden auch seine Früchte gut sein“, meint Jesus.

Aber kann die menschliche Natur verändert werden? Die Bibel erklärt mit Nachdruck, dass solche Wunder möglich sind. Das gehört zum Wunder der Guten Nachricht. Jesus Christus bietet uns nicht nur an, dass er unser Ansehen vor Gott verändert, sondern auch unser ganzes Wesen. Zu Nikodemus sagte Jesus: „Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen… Darum wundere dich nicht, wenn ich sage, dass ihr von Neuem geboren werden müsst“ (Johannes 3.17). Dieser erstaunliche innere Wandel ist das Werk des Heiligen Geistes. Die neue Geburt ist eine Geburt „von oben“. Nur so konnten sich die Apostel erklären, was da mit ihnen geschah, wenn sie darüber nachdachten, wie es kam, dass sie mutig und kraftvoll ihren Glauben lebten und von ihm sprachen – und keine Grenzen mehr akzeptierten.

Noch kurz ein Wort zum Glauben.
Jesus sagt zu seinen Jüngern, vertraut wie kleine Kinder! „Ich versichere euch: wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen“ (Markus 10.15). Voller Vertrauen Gott begegnen ist die eine Möglichkeit, die Zusagen Gottes zu erfahren und zu erleben. Wer sich das Reich Gottes schenken lässt, jetzt, der lebt in diesem Reich – schon heute. Damit sind wir befreit von den Grenzen, die das Leben und der Tod uns aufzwingen wollen. Wir sind frei zum grenzenlosen Leben in der Nachfolge Jesu.

Wir leben in einer grenzenlosen Gemeinschaft,
grenzenlos geliebt von Gott!

Herzliche Grüße
Ihr Friedrich Benning